Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Gemeinsam ordneten die Teilnehmer*innen unterschiedlichste Objekte aus dem Museum nach dem Alter.

Nachwuchs-Archäolog*innen graben in Herne

Bei der 12. MINT-Herbstakademie forschten Schüler*innen im GrabungsCAMP

Bei der MINT-Herbstakademie am Herner Haranni-Gymnasium können Schüler*innen jedes Jahr naturwissenschaftliche Bereiche auf interaktive Weise entdecken. Ob Zoologie, Robotik, Bergbau oder Ingenieurswesen – für fast jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch die Archäologie ist seit vielen Jahren bei der Herbstakademie vertreten – und mit ihr das LWL-Museum für Archäologie.
Vom 15. bis 17. Oktober hieß es deshalb am Haranni-Gymnasium und im GrabungsCAMP wieder: „Weck den Archäologen in Dir!“ Innerhalb von drei Tagen wurden aus Schüler*innen der vierten, fünften und sechsten Klasse Nachwuchsarchäolog*innen, die im LWL-Museum für Archäologie die menschliche Vergangenheit erforschten.

Da es sich bei den mitgebrachten Funden um Repliken handelte, durften die Schüler*innen die Objekte auf ihre Funktionalität testen.

TAG 1: Von Mammutzähnen und Münzen

Der erste Tag begann mit ein paar theoretischen Grundlagen – ohne die kommt schließlich auch die Archäologie nicht aus. Gemeinsam mit zwei pädagogischen Mitarbeiter*innen des Museums überlegten die 19 Teilnehmer*innen, was Archäolog*innen eigentlich den ganzen Tag so tun. Dass sich die Forscher*innen mit menschlichen Spuren aus der Vergangenheit beschäftigen, wurde schnell klar. Um deutlich zu machen, dass die Hinterlassenschaften aus ganz unterschiedlichen Epochen stammen, sortierten die Schüler*innen Funde aus dem Museum: Die Münzen mit der lateinischen Inschrift gehören in die Römerzeit, klar. Aber wie sieht das bei dem Trinkbecher aus Kuhhorn aus? Und was sind überhaupt diese großen braunen Brocken mit den dicken Kanten? Gar nicht so einfach, alle Funde ihrer Zeit und ihrer Bestimmung zuzuordnen. Mit Hilfe der Mitarbeiter*innen kamen die Schüler*innen allerdings bald auf die richtige Spur: Die schweren braunen Klumpen sind Mammutzähne. Und die gehören natürlich in die Steinzeit.
Anschließend erprobten die Teilnehmer*innen eine echte archäologische Arbeitsmethode: die Feldbegehung.  Aufmerksam suchten die Schüler*innen nach Dingen, die auf dem Boden des Schulhofes lagen und überlegten sich, welche Geschichten hinter ihren Funden stecken könnten. Am Ende durfte jeder, der wollte, noch mit einem echten Feuerstein Funken schlagen. Ein gelungener Abschluss eines spannenden ersten Tages!

Am Ende des ersten Tages konnten die Kinder versuchen, mit einem echten Feuerstein Funken zu schlagen.

TAG 2: Von Tierknochen und Fürstengräbern

Das Wissen, das sich die Nachwuchsforscher*innen am ersten Tag angeeignet hatten, durften sie am zweiten Tag in die Praxis umsetzen. Im GrabungsCAMP schlüpften sie in die Rollen von echten Archäolog*innen und machten sich mit Schaufel, Pinsel und Eimer ans Werk.

Die Schüler*innen gruben nicht nur jungsteinzeitliche Keramikscherben und römische Münzen aus, sondern stießen bei ihrer Arbeit auch auf ein Fürstengrab, ausgestattet mit Schildbuckel, Fibel und Schwert. Außerdem fanden sie seltsame Knochen, die sie erst einmal zuordnen mussten: Gehört der Schädel zu einem Schaf oder einer Ziege? Gar nicht so einfach!

Da die Nachwuchs-Archäolog*innen im GrabungsCAMP natürlich nur Repliken ausgruben, konnten sie ihre Funde in der Dauerausstellung des Museums im Original betrachten. Im Forscherlabor entdeckten sie außerdem weitere Arbeitsmethoden und –bereiche der Archäologie, zum Beispiel die Materialanalyse oder die Archäobotanik. Da verging die Zeit wie im Flug!

Über ihre Funde aus dem Museum berichteten die Schüler*innen in kurzen Videos.

TAG 3: Von Experten und Video-Bloggern

Ihr neues Wissen wollten die jungen Forscher*innen natürlich mit den anderen Teilnehmern der Herbstakademie, ihren Eltern, Geschwistern und Lehrer*innen teilen. Deshalb bastelten sie am letzten Tag bunte Plakate, auf denen sie von ihren Grabungserlebnissen und Funden berichteten. Außerdem hatten sie eine ganz besondere Idee: Sie wollten die Geschichten der Objekte, die sie am ersten Tag sortiert hatten, per Video erzählen. Also setzten sich die neuen Archäologie-Expert*innen vor die Handykamera und beschrieben ihre Funde, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Die kurzen Filme wurden dann direkt auf dem Fernseher im Klassenraum übertragen. Bei den Besucher*innen, die sich die Ergebnisse anschauten, kam diese kreative Form der Präsentation super an.

Für ihre tolle Arbeit wurden die Schüler*innen natürlich noch mit einer Urkunde geehrt. Stolz nahmen sie ihre Auszeichnungen entgegen. Auch wir sind stolz auf unsere Nachwuchsarchäolog*innen und freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Fotos und Text: Julia Heimlich