Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Modellflugzeug über der Ausstellung des LWL-Museums für Archäologie

Archäologie von oben

Ein Selbstversuch

Wie spannend es ist, Archäologie aus der Luft zu betreiben, konnten unsere Besucher spätestens am 28. September im Rahmen der WissensNacht Ruhr hier vor Ort in Herne erfahren. Herr Dr. Song vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Uni Bochum nutzte die Veranstaltung, um zusammen mit einer Gruppe von Studierenden die Arbeit der Luftbildarchäologie vorzustellen. 

Bereits vor den Sommerferien begannen die Vorbereitungen. Planung und Durchführung sollten nämlich weitestgehend von den Studierenden übernommen werden. Das Museum bzw. der Autor dieses Blogbeitrags war streckenweise mit einbezogen, sei es durch einen Vortrag im Institut, durch Treffen hier vor Ort oder durch materielle Unterstützung. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: ein Stereoskop, ein Modellflugzeug, zwei Beamer samt Projektionsflächen, vier Stellwände geschmückt mit Postern sowie eine Buttonmaschine im Dauereinsatz sorgten für einen wunderbaren Gesamteindruck. Hightlight des Abends war sicherlich die Verlosung eines Flugs mit Herrn Song, der bereits zwei Tage später eingelöst werden konnte.

  • © Regionalverband Ruhr / gadplan

  • © Regionalverband Ruhr / gadplan

  • © Ruhr-Universität Bochum

Von der Qualität des Gewinns konnte sich der Blog-Autor rund eine Woche nach der WissensNacht Ruhr selbst überzeugen – von oben!

Bei klarer Sicht, wenig Wind und ganz viel Sonnenschein hoben wir am Spätnachmittag auf dem Flugplatz Loemühle (Marl) ab und nahmen zunächst Kurs auf Haltern am See. Schon aus einigen Kilometern Entfernung war das rekonstruierte Westtor mit angrenzender Holz-Erde-Mauer zu erkennen. Die Anlage setzt sich deutlich von der übrigen Bebauung ab. Zusammen mit der Rückseite des Römermuseums ließ sich die Süd-West-Ecke des ehemaligen Hauptlagers prima zuweisen.

  • Herr Song tankt voll!

  • Das Flugzeug über Haltern, wo das rekonstruierte Westtor prima zu sehen ist

Weiter ging es entlang der Lippe in Richtung Rhein. Ab Dorsten durfte der gefahrensuch... – pardon – der erfahrungssuchende Co-Pilot selbst das Steuer übernehmen. Wider Erwarten erreichten wir dennoch den Rhein bei Wesel und steuerten auf Xanten zu.

Zeitweise übernahm Co-Pilot und Blog-Autor, Michael Lagers, das Steuer und hatte sichtlich Freude daran.

Hier galt unser Augenmerk selbstverständlich dem Archäologischen Park. Im Sommer hatte Herr Song aufgrund der ungewöhnlichen Trockenheit neue spannende Entdeckungen machen können, die uns bei der inzwischen normalisierten Wetterlage allerdings verborgen blieben. Der Blick auf die Colonia Ulpia Traiana bot aber auch ohne neue Grundrissformen ein großartiges Bild.

Dem Archäologischen Park Xanten galt besonderes Augenmerk, wurden hier doch im Sommer viele neue Strukturen sichtbar.

Dem eigentlichen Ziel des Flugs galt unsere nächste Etappe: Essen. Dort bereitet das Einrichtungshaus IKEA einen Umzug an die Bottroper Straße vor. Bevor dies geschehen kann, muss zunächst einmal ein Neubau her. Fast 25.000 qm werden aktuell an Ort und Stelle von Baumaschinen durchpflügt, und mittendrin behauptet sich die Stadtarchäologie. Ihr kommen die Bilder zugute, die Herr Song bei offenem Fenster und stabiler Seitenlage über dem Gelände macht. Nebenbei haben wir beim Geheimtraining von Rot-Weiß-Essen an der Hafenstraße kurz „spioniert“ und die Heimstätte des Co-Piloten umkreist.

Während Herr Song die aktuellen Ausgrabungen in Essen fotografiert, ...

beobachtet der Co-Pilot ...

eine Trainingseinheit von Rot-Weiß Essen.

Der Rückweg nach Marl führte über Herne und damit auch über das Museum. Fasziniert (und wohl auch ein wenig neidisch) beobachteten uns die Kollegen aus dem Innenhof. Ein gegenseitiges Zuwinken blieb auf beiden Seiten unbemerkt.

Nachdem wir uns vom tadellosen Zustand des Museumsgeländes überzeugt hatten, flogen wir zurück zum Flugplatz, wo Herr Song eine nicht minder tadellose Landung hinlegte.

Fazit: Die Lippe eignet sich vorzüglich als Flugroute, zumindest von Haltern am See bis zum Rhein. Ob dies auch für die andere Richtung gilt, würde der Co-Pilot gern einmal bei einer weiteren Gelegenheit überprüfen, sofern sich diese ergibt. Der Co-Pilot ist auf jeden Fall bereit! ;-)

Michael Lagers

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