Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Unterwegs mit André Madaus, der ebenfalls ehrenamtlich in der Archäologie und Denkmalpflege tätig ist (Foto: Biggi Schroeder).

Besonderes Interesse: Archäologie

Wieso ich mich in der Laienforschung engagiere

Auch wenn ich mich beruflich in ganz anderen Sphären bewege, kümmere ich mich in meiner Freizeit sehr aktiv um meine ehrenamtlichen Projekte im Bereich der Archäologie und Denkmalpflege. Darüber habe ich schon einmal in diesem Blog berichtet. In meinem heutigen Beitrag soll es aber eher um die Ursprünge meines Interesses an der Archäologie und Geschichte gehen.

Wie alles begann…

Bereits in früher Kindheit machte sich mein Interesses an Archäologie bemerkbar. Ich war damals ungefähr 3 Jahre alt, als ich meine Mutter beim „Garten umgraben“ fragte, ob die alten Scherben aus dem Mittelalter stammen. Heute weiß ich natürlich, dass die damaligen Scherben zu einer alten Porzellanschüssel gehörten, die ganz sicher nicht ins Mittelalter zu datieren war... J

Natürlich war auch das älteste Haus im Ort – eine Bannmühle – ein magischer Anziehungspunkt für meine Interessen. Ich war als Kind öfter dort, weil mich einfach das Gebäude – eine Vierflügelanlage – sehr fasziniert hat. Die Mühle war übrigens noch bis in die 1970er Jahre bewohnt. Der Besitzer erzählte uns damals auch von einem unterirdischen Geheimgang. Natürlich wollten wir diesen als Kinder erkunden, aber er sagte uns dieser sei zugeschüttet. Heute ist bekannt, dass dieser Gang wirklich existiert.

  • Die ehemalige Bannmühle in Irrhausen, erbaut im Jahr 1555 (Foto: Biggi Schroeder).

  • Die ehemalige Bannmühle in Irrhausen, erbaut im Jahr 1555 (Foto: Biggi Schroeder).

  • Die ehemalige Bannmühle in Irrhausen, erbaut im Jahr 1555 (Foto: Biggi Schroeder).

  • Die ehemalige Bannmühle in Irrhausen, erbaut im Jahr 1555 (Foto: Biggi Schroeder).

Archäologie im Fokus der Öffentlichkeit

Das Themenfeld Archäologie und die damit verbundene zeitlichen Dimension fasziniert mich seither ununterbrochen. Denn ein Blick in die Vergangenheit kann Erkenntnisse bringen, die man in der Zukunft anwenden kann. Ich denke, archäologischen Wissenschaften sind deshalb so wichtig, weil sie uns genau diesen Einblick ermöglichen können. Leider ist das Bild in der Öffentlichkeit oft ein anderes. Viele Menschen erfahren in den Medien ausschließlich von „sensationellen, ältesten und einmaligen“ Funden.  Es wird sehr selten über das berichtet, was Archäologie wirklich ausmacht. Ein sehr gutes Beispiel dafür liefert Rainer Schreg auf Archäologik mit dem Beitrag „Das graue Band von Hohenmölsen“. Hier erklärt er sehr schön, dass es nicht um Sensationen geht, sondern dass die Archäologie wichtig ist, um beispielsweise zu schauen, wie Menschen sich in den Siedlungen organisiert haben, oder wie ihr soziales Zusammenleben aussah und wie sie ihre Umwelt genutzt haben. Erkenntnisse dieser Art sind meiner Meinung nach die wahren Schätze!

André Madaus und Biggi Schroeder reden gerade über die Methoden der GPS-Einmessung einer Ackerfläche vor der Begehung.

Mögliche Aktivitäten für Laien in der Archäologie und Denkmalpflege

In der Archäologie und Denkmalpflege bestehen für interessierte Bürger durchaus einige Möglichkeiten, sich aktiv mit einzubringen. Darüber habe ich bereits in den beiden Blogbeiträgen „Fieldwork wanted“ – Ein Erfahrungsbericht über die Teilnahme als Laie an archäologischen Ausgrabungen und Ehrenamt in Archäologie und Bodendenkmalpflege berichtet (An dieser Stelle sei natürlich besonders auf die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei der LWL-Archäologie für Westfalen hingewiesen) .Auch ich wollte mehr tun, als Museen und Ausstellungen zu besuchen und Publikationen über Archäologie zu lesen. So kam es, dass ich mich entsprechend informierte und mich seit dem Jahr 2010 aktiv in der ehrenamtlichen Denkmalpflege engagierte. Ich habe darüber in meinem Blogbeitrag Verhärtete Fronten? – Einige  Gedanken zur Laienforschung in Archäologie und Denkmalpflege berichtet.

Feldbegehung und Dokumentation: Typische Arbeitsutensilien

Bei der Methode der Oberflächensuche (Feldbegehung/Survey) ist das GPS-Gerät zur Feststellung der Koordinaten – neben einem geschulten Blick – das wichtigste Arbeitsutensil. Sinnvoll ist es auch, ein Fundtagebuch mit sich zu führen und Besonderheiten während einer Begehung darin zu notieren. Des Weiteren ist es sinnvoll, Zugang zu archäologischen Publikationen zu haben. Zum Arbeitsmaterial gehört neben Fundtüten, Zeichenutensilien, Profilkamm etc. auch eine gute Kamera. Ein Laptop oder PC mit Internet sowie ein GIS-Programm (wie etwa QGIS) sind ebenso wichtig.    

  • Impressionen von Funden und Arbeitsutensilien (Foto: Biggi Schroeder).

  • Impressionen von Funden und Arbeitsutensilien (Foto: Biggi Schroeder).

  • Impressionen von Funden und Arbeitsutensilien (Foto: Biggi Schroeder).

  • Impressionen von Funden und Arbeitsutensilien (Foto: Biggi Schroeder).

Fazit

Fakt ist: Ich kann mir für mich kein interessanteres Hobby als die Laienforschung in Archäologie und Denkmalpflege vorstellen!

 

Biggi Schroeder

Publikationsdatum: 06.01.2017

Themen: Gastblogger