Die "Geister der Vergangenheit" ziehen ins Museum ein!

Mit virtueller Technik soll die Geschichte im Landesmuseum Herne bald noch anschaulicher werden. Historische Figuren und Zusammenhänge können dann per Smartphone zum Leben erweckt werden. Erstmals zur Museumsnacht am 22. März werden die Besucher unseren „Geistern aus der Vergangenheit“ begegnen und eine kleine Kostprobe auf die neue virtuelle Welt erhalten. So begegnen sie einer Bäuerin aus der Jungsteinzeit oder dem Fürst von Beckum. Die dahinter stehende Technik nennt sich Augmented Reality und ist der breiten Masse spätestens seit der Spielewelt von Pokémon Go bekannt oder von Fußballübertragungen, wenn z.B. beim Freistoß die Torentfernung eingeblendet wird.

Die Firma Puppeteers aus Dortmund entwickelt für unser Museum derzeit auf der Grundlage von archäologischen Funden und  wissenschaftlichen Forschungen verschiedene historische Figuren, die sogenannten „Geister aus der Vergangenheit“, die bald in unsere Dauerausstellung einziehen werden. Diesen aufwendigen Prozess veranschaulicht und erklärt uns Schritt für Schritt der Geschäftsführer von Puppeteers, Martin Becker:

Für die Erschaffung der historischen Personen sind einige Vorbereitungen nötig: Es müssen dreidimensionale Figuren erstellt werden, die später von allen Seiten zu betrachten sind.

Am Anfang steht die Konzeption. Da es aus den angedachten Zeiten keine Abbildungen der gewünschten Personen gab, hat Frau Dr. Jülich (stellvertretende Museumsleiterin) uns mit Rekonstruktionszeichnungen versorgt und alle bekannten Daten zur Person wie bspw. Alter und Größe zusammengetragen. Auf dieser Grundlage haben wir die erste Figur gezeichnet, die auf Richtigkeit geprüft und freigegeben wurde.

Auf der Basis all dieser Informationen (soweit bekannt), also auch Alter und Größe und auf was die Archäologie noch so an erstaunlichen Fakten rückschließen kann, wird dann eine Figur gezeichnet. Diese Bilder werden noch mal auf Richtigkeit geprüft und freigegeben.

Anschließend werden die Figuren in 3D "geknetet". Tatsächlich ist der Prozess ähnlich der Erstellung einer Tonskulptur, nur eben im Computer. Die feineren Details werden auf die Oberfläche "gemalt". Wir sprechen hier von Texturen.

Trotz unnatürlicher Haltung sehen die Figuren dann schon recht realistisch aus.

Um später einen realistischen Gesamteindruck zu erzielen, muss neben anderem auch der Faltenwurf der Kleidung bedacht werden. Dies geschieht durch eine "Simulation", was bedeutet, dass der Computer den Faltenwurf des Stoffes berechnet.

Soviel zu den ersten Schritten. In der Fortsetzung erzähle ich dann etwas über Knochen und Animation...
 

Martin Becker
Geschäftsführung
PUPPETEERS GmbH