Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Die Teilnehmenden der wilden Fotosafari (Foto: Johanna Ranft, NABU Herne)

Ferienfotosafari durch das „Wilde Westfalen“

In der nicht ganz so guten alten Zeit ging man noch bewaffnet auf Safari. Das kam für uns und den NABU Herne natürlich nicht infrage. Die neun Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren bekamen statt Gewehren Kameras in die Hand gedrückt und sollten in den nächsten Tagen nicht nur wunderschöne Fotos schießen, sondern auch etwas über unsere wilde Heimat lernen und erfahren, wie es ist, seine eigene Ausstellung zu konzipieren.

Da es ja in der folgenden Woche um „wilde“ Tiere ging, nahm Marcus Coesfeld seinen Lehrauftrag als wissenschaftlicher Volontär vom ersten Tag an sehr ernst und vermittelte den Jugendlichen anhand der Sonderausstellung Wildes Westfalen Grundlagen über die wilde Fauna Westfalens. Es herrschte großer Redebedarf und so nutzten die Teilnehmenden die Führung auch gleich voll aus: fast vier Stunden, viel länger als geplant, wurde über Archäologie und die ausgestellten Tiere diskutiert, besonders zu Hund und Katze wusste so mancher Haustierbesitzer einiges zu erzählen.

Anschließend ging es hinter die Kulissen des Museums, also durch die Werkstätten, Lagerräume, das Depot und die leere Sonderausstellungshalle, die ab Oktober Einblicke in die Archäologie Vietnams gewährt. Schließlich sollten die Teilnehmenden, wenn sie am Ende der Woche ihre eigene Ausstellung präsentieren wollten, auch Einblicke in die Museumsarbeit bekommen.

Wenn man genau hinschaut, sieht man vielleicht die gut getarnte Kröte auf dem Baumstumpf. (Foto: Lennard Zimmermann)

Am Mittwoch trafen sich die Jugendlichen am Haus der Natur, wo die NABU-Truppe schon sehnsüchtig auf sie wartete. Nach einer kurzen Einführung, sprich ohne stundenlang die komplizierte Ausrüstung in trockener Theorie zu erklären, wurden die angehenden Fotografen und Fotografinnen mit Kameras ausgerüstet und auf Motivsuche in den nahen Lehrgarten geschickt.

Zusätzlich hatte der NABU im Vorfeld einige Kröten, Frösche und Lurche aus nahegelegenen Teichen entnommen und zu Fotomodels gemacht (nach der Aktion wurden die Tiere natürlich wieder in den entsprechenden Gewässern in die Freiheit entlassen). Die Amphibien mussten ihren Ruhm jedoch mit den zahlreichen Vögeln teilen, die den Futterplatz des NABU besuchten und durch das eigens dafür aufgestellte Tarnzelt fotografiert werden konnten.

Es ist schwer zu erkennen, aber in diesem Bild befindet sich tatsächlich ein Tarnzelt. (Foto: Lennard Zimmermann)

Dazu gesellten sich noch die Bewohner eines kompletten Hühnerstalls, die sich nur zu gerne für die Kamera und ein paar Mehlwürmer zur Verfügung stellten. Vor allem hier bewiesen die Fotografen und Fotografinnen vollen Körpereinatz und nahmen keine Rücksicht auf saubere Klamotten.

Interessant war jedoch, dass nicht nur Tiere diese Woche für die Kameralinsen herhalten mussten, sondern auch die wilde Flora Westfalens, die sich bei den Fotokünstlern und -künstlerinnen als beliebtes Motiv erwies und auf fast der Hälfte aller Bilder erschien.

Naturfotografie ist ein schmutziges Geschäft. (Foto: Lennard Zimemrmann)

Am Donnerstag hatten die Jugendlichen noch etwas Zeit, weitere Fotos zu schießen. So hatten sie nachher eine große Auswahl an Schnappschüssen, aus der sie ihre besten Fotos für die Vernissage am nächsten Tag aussuchen konnten. Die entsprechenden Bilder wurden anschließend von den Fotografen des NABU und den Teilnehmenden in gemeinsamer Arbeit am PC aufbereitet (hier etwas zugeschnitten, da ein wenig aufgehellt), sodass gegen Ende des Tages jeder mit seinem Werk zufrieden war und nebenbei noch etwas Bildbearbeitung am Computer mitbekommen hatte.

Etwas dunkel im Seminarraum (Foto: Lennard Zimmermann)

Letztendlich hatten sich eine Menge Fotos angesammelt, von verwackelten Momentaufnahmen bis hin zu solchen, die die Auswahl besonders schwer machten. Pro Teilnehmer konnte (leider) nur jeweils ein Bild gezeigt werden, allerdings wurden sämtliche Fotos, die nicht ausgestellt werden konnten, auf CD gebrannt und den Jugendlichen am Freitag mitgegeben.

Fehlen nur noch die Oliven, aber auf mich hört ja keiner. (Foto: Lennard Zimmermann)

Freitags traf sich die Gruppe wieder am Museum und hielt sich nicht lange mit Aufwärmübungen auf, sondern startete sofort in die Diskussion darüber, wie der weitere Tag ablaufen sollte. Zuallererst zerbrach man sich den Kopf darüber, wie das Buffet für die Gäste aussehen sollte. Kekse? Geschmierte Brötchen? Oliven? Schließlich entschied man sich für  Cracker mit Frischkäse, die in Punkto Preis, Aufwand und Anrichtung alle Teilnehmenden überzeugten. Die Art der Tischdekoration musste noch geklärt werden, aber  alle waren sich einig, dass etwas zum Thema „Naturfotografie“ am passendsten wäre, also stimmte man für grüne Servietten und Topfpflanzen.

Die „Ausstellungshalle“ vor... (Foto: Lennard Zimmermann)

Schnell war die Arbeitsteilung organisiert: Während sich eine Gruppe aufmachte, die nötigen Dinge zu besorgen, blieb die andere zurück, bereitete in heldenhafter Aufopferung die Rahmen für die Bilder vor und räumte die „Ausstellungshalle“ vor den Toren der Sonderausstellung frei. Als die Beschaffungstruppe nach langem Einkauf von ihrer Odyssee quer durch Herne zurückkam, wurde alles für die feierliche Enthüllung vorbereitet, dann musste nur noch auf die Gäste gewartet werden.

...und nach der Enthüllung der Kunstwerke. (Foto: Lennard Zimmermann)

Bis 14 Uhr hatte sich der Saal mit Kunstliebhabern gefüllt, und die Werke waren bereit, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Einleitend hielten der Museumsleiter Dr. Josef  Mühlenbrock sowie Udo Kirchhoff und Stig Bursche vom NABU-Team kurze Reden, dann fiel der Vorhang und gab den Blick auf die Bilder frei.

Die Resonanz der Besucher zu den Bildern fiel durchweg positiv aus und auch die jungen Fotografinnen und Fotografen waren zufrieden mit Ihrer Arbeit. Seht Euch die Werke selbst an, die sich durchaus mit den Naturfotos der „Profis“ messen können!

Die Fotos hängen noch bis zum Ende der Ausstellung "Wildes Westfalen" am 29.05. in unserem Foyer und können dort live bestaunt werden.

Lennard Zimmermann

Publikationsdatum: 15.04.2016

Themen: wildes-westfalen, Veranstaltungen, Sonderausstellungen