Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Abschiedsfeier von Josef Mühlenbrock im Schichtwerk (Bild: Autorin)

Abschied von Josef Mühlenbrock

10 Jahre lang hat Josef Mühlenbrock das Museum in Herne geleitet – nun verlässt er es.

Am 30.5., seinem ersten Urlaubstag, lud der Museumsleiter diejenigen ins Schichtwerk, die ihn die letzten 10 Jahre begleiteten. In sommerlicher Hitze, Stilecht mit Grillgut versorgt vom Team des Schichtwerks, feierten Kollegen, Mitglieder des Fördervereins und Ehrenamtliche mit dem Museumsleiter seinen Ausstand. Es wurde viel erzählt, gelacht und geklatscht.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedankten sich mit mehreren Geschenken, teils selbstgebastelt, (besondere Aufmerksamkeit bekam  ein Nachbau des Museums en miniature) und natürlich wortreich. Auch Ruth Pingel als Vorsitzende des Fördervereins dankte dem scheidenden Museumsleiter für seinen unermüdlichen Einsatz für das Haus.

Der wiederum zeigte sich gerührt, bedankte sich bei allen und besonders bei den Kollegen. Seiner Nachfolge wünschte er, dass diese ebenso freundlich aufgenommen würde wie er.

 

Pläne für die Zukunft

Josef Mühlenbrock tritt nun ein Mini-Sabbatical an, er nutzt die folgenden drei Monate um Nepal, Indien und Tibet zu erkunden.

Schon jetzt freut er sich auf seine dann folgende Arbeit: Als Experte für die Römerzeit übernimmt er das LWL- Römermuseum in Haltern am See. Dort ist genug zu tun, die Forschungen laufen kontinuierlich fort und auch an der vorhandenen Struktur ist noch genug zu tun. Mühlenbrock  möchte sich wieder aktiv an  Interpretationen beteiligen, am Halterner Inventar arbeiten, publizieren. „In Haltern gibt es nicht so viele Mitarbeiter und Volontäre, die das machen - da darf man dann auch als Chef wieder wissenschaftlich arbeiten.“ freut sich der klassische Archäologe. An seinem neuen Arbeitsplatz begeistert ihn auch die forschungsgeschichtliche Relevanz – international werden Keramiken gefunden, die in Haltern ergraben wurden. Wie üblich in der Archäologie heißen diese dann nach ihrer zuerst bekannten Fundstelle, so werden im Bereich des ehemaligen Imperium Romanum, von Spanien bis in den Nahen Osten, Funde nach Haltern benannt.

Der Blick zurück

Das ist in Herne nicht so, ein „Typ Herne“ hat bisher noch nicht das Licht der Welt erblickt. Was Josef Mühlenbrock mit Herne verbindet, hat eine andere Ebene.

In Herne hat er sich vor allem auf das Management konzentriert – und das war harte Arbeit. „Die Herner Motte zum Beispiel, die wir zur Ausstellung „Aufruhr1225“ nachgebaut haben, stand zwei-dreimal komplett auf der Kippe.“ Politik, Sponsoren, Struktur – an allen Enden gab es Schwierigkeiten „Und  trotzdem haben wir gesagt, wir kriegen das hin, wir machen weiter – und dann hat das auch so geklappt! Und die Herner Motte war dann auch ein Leuchtturm für die Ausstellung.“ „Aufruhr1225“ im Jahr 2010 war die besucherstärkste Ausstellung des Museums.

Wenn der scheidende Leiter zurückblick, auf die letzten 10 Jahre, dann wird ihm vor allem die gute Zusammenarbeit im Westfälischen Museum für Archäologie fehlen. Das Team zu verlassen, das macht ihn etwas wehmütig. Und:  „In Herne tut sich superviel“. Zwar blieb Mühlenbrock aus privaten Gründen in Münster wohnen, in Herne hat er sich aber von Beginn an sehr gut aufgenommen gefühlt, sowohl von Kollegen als auch von der Herner Stadtgesellschaft. Die Offenheit der Leute begeistert den Münsteraner:  „Das ist ein großer Vorteil vom Ruhrgebiet – man kommt schnell mit den Leuten in Kontakt“ und auch wenn finanziell oft nicht viel Spielraum ist im zentralen Ruhrgebiet, so bewährt sich praktisches Denken und Hilfsbereitschaft – „der eine kennt dann den und der andere empfiehlt, dort mal zu fragen – und durch viele kleine Dinge kommt man dann zu dem, was man in einer anderen Stadt vielleicht durch eine Spende von 10.000 Euro hinbekommen hätte.“ Ein Nebeneffekt – das Museum ist in der Stadt verwurzelt, die Menschen identifizieren sich mit „ihrem Museum“. Nicht nur für die lokale Kulturszene, auch für den Tourismus ist das LWL-Museum für Archäologie ein wesentlicher Faktor.

Text und Bilder: Dr. Greta Civis

Impressionen von der Feier im Schichtwerk