Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Tatort Forscherlabor, Themenstation 3: TYPOLOGIE

Wie die Methode der Typologie funktioniert, kann man sehr schnell erkennen, wenn man diese - zugegebenermaßen nicht sehr archäologischen - Objekte in eine Reihe bringt:

TYP – TYPISCH – TYPOLOGIE

Menschen stellen für verschiedene Zwecke Dinge her und gestalten sie nach ihren handwerklichen Möglichkeiten, dem gewünschten Nutzen und ihrem Geschmack. Durch technische Weiterentwicklung oder neue ästhetische Ansichten verändern sie die Formen der Dinge, obwohl deren Funktion dieselbe bleibt. Diese Veränderungen machen sich die Wissenschaftler zu Nutze: Sie bringen Gegenstände gleicher Funktion anhand ihres technischen Standes und ihrer Gestaltung in eine so genannte typologische Reihe. Typologische Reihen müssen mit Hilfe anderer Methoden immer wieder überprüft und zeitlich verankert werden.

In der Werkstatt reinigt der Restaurator einen Metallfund. Es handelt sich um eine Fibel aus Bronze.

Ein Grafiker zeichnet die Fibel und achtet dabei auf alle Details.

Die Forscherin sucht in Büchern nach vergleichbaren Fibeln.

Sie findet einige Vergleichsstücke von einem datierten Fundplatz.

An Originalfunden aus den Sammlungen führt sie weitere typologische Vergleiche durch.

Ihre Ergebnisse zum Typ und zur Datierung der Fibel gibt die Forscherin in einen Computer ein.

GARANTIE VERLÄNGERT

Eine typologische Entwicklung durch technische Verbesserungen zeigen vorgeschichtliche Stein- und Bronzebeile: Die frühen Klingen waren glatt. Sie wurden mit Schnüren in einem gespaltenen Knieholz festgebunden und mussten oft repariert werden. Die Bronzebeile bekamen mit der Zeit erst Randleisten und dann Absätze oder seitlich angesetzte Flügel, die so genannten Lappen. Mit diesen Zusätzen konnte man die Klinge immer besser am Schaft befestigen. Am Ende der Entwicklung standen Tüllenbeile, die auf den Schaft gesteckt und verschnürt wurden. Sie waren stabiler als alle ihre Vorgänger.

Steinbeil (Salzbergen, 4200 bis 2800 v. Chr.)

Randleistenbeil (Sassenberg, 1800 bis 1500 v. Chr.)

Absatzbeil (Bad Wünnenberg-Haaren, 1500 bis 1300 v. Chr.)

Lappenbeil aus Bronze (unbekannter Fundort, 1300 bis 750 v. Chr.)

Tüllenbeil aus Bronze (unbekannter Fundort, 1300 bis 750 v. Chr.)

Fall Warburg

AN IHREN PFEILEN KÖNNT IHR SIE ERKENNEN
In den Gräbern von Warburg wurden dreieckige, ovale und lanzettförmige Pfeilspitzen aus Feuerstein gefunden. Durch typologische Vergleiche konnten Archäologen zeigen, dass die Pfeilspitzen zur Wartbergkultur gehören, die zwischen 3500 und 2800 v. Chr. in Hessen und Südostwestfalen verbreitet war. Die Pfeilspitzen sind ein Indiz dafür, dass die Menschen in den Gräbern Angehörige dieser Kultur waren.

Verschiedene Typen von Feuerstein-Pfeilspitzen aus der Zeit der ersten Bauern seit 5500 v. Chr.

Verschiedene Typen von Feuerstein-Pfeilspitzen aus den Gräbern von Warburg

Publikationsdatum: 28.12.2010

Themen: Forscherlabor, Wissenswertes