Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Angebotsdichte im Ruhrgebiet: Freizeit- und Kultureinrichtungen (Quelle: RVR)

Vor fünf Jahren begann ich mit einer Teilzeitstelle meine Arbeit als Marketingreferentin im LWL-Museum für Archäologie. Es ging um die Werbekampagne für eine Sonderausstellung mit dem spannenden Titel „Schädelkult – Mythos und Kult um das Haupt des Menschen“. Weitere Sonderausstellungen sollten folgen.

Von Mittelalter- über Tierfotografie bis hin zur Kunstausstellung, die Themen der Sonderausstellungen sind vielfältig.

Nun könnte man denken, dass ein Museum mitten im Ruhrgebiet mit 6 Mio. Einwohnern „vor der Haustür“ eigentlich ein Selbstläufer ist, das ist jedoch ein Trugschluss. Die zentrale Lage im Ballungsraum Ruhrgebiet bedeutet nämlich zugleich auch eine dichte Angebotsvielfalt. Mit etwa 200 Museen der Region muss das Haus konkurrieren und sich in einer der dichtesten Freizeit-Kultur-Landschaften behaupten. Der „Ruhri“ hat damit die Qual der Wahl.

Zudem spricht das Thema Archäologie nicht die breite Masse an. Archäologische Themen sind für weite Kreise der Bevölkerung nicht unbedingt hip und trendy, sondern haben ein eher „angestaubtes Image“.

Um Besucher zu überzeugen, müssen somit konkrete Besuchsanlässe geschaffen werden, z.B. durch Veranstaltungen (z.B. Familiensonntage, ExtraSchicht) und Sonderausstellungen.

Beispiel für eine gelungene PR-Aktion Rikscha-Promotion durch das Ruhrgebiet (Foto: S. Leenen/LWL-Museum für Archäologie)

Die Sonderausstellungen haben dabei eine zentrale Bedeutung und sind ein wichtiges Mittel für die Ansprache neuer Zielgruppen. Einmal im Jahr greifen diese Ausstellungen nicht nur regionalgeschichtlich bedeutende Themen auf, sondern auch internationale archäologische Ausgrabungen und kulturhistorische Themen von globaler Bedeutung. Die Historie zeigt, dass das Museum hier eine mutige Vielfalt bietet - von „Schuhtick“ über „Schädelkult“ und „Uruk“ bis hin zu den „Schätzen der Archäologie Vietnams“. Das bedeutet für mich als Marketingreferentin eine große Chance, verschiedenste Besuchergruppen anzusprechen. 

Zur Keltenausstellung „Schätze aus dem Salz“ entstand die Idee, die Schrift eigenhändig aus Backförmchen und groben Salzkörnern zu formen und abzufotografieren

Die Konzeption einer Werbekampagne für die jeweilige Sonderausstellung ist immer wieder eine Herausforderung und der Etat leider sehr beschränkt.
Neben einem Ausstellungstitel und Plakatmotiv muss ein sinnvoller Einsatz der Werbemedien geplant werden. Wo sollen Anzeigen geschaltet werden? Welche Außenwerbemaßnahmen sollen erfolgen? In welchem Umkreis kann auf der Grundlage des vorhandenen Budgets geworben werden? Gibt es spezielle Zielgruppen, die zu berücksichtigen sind? Welche PR-Maßnahmen können öffentlichkeitswirksam inszeniert werden? Am Ende muss dabei ein umfangreicher Marketingmix herauskommen, der möglichst viele Kanäle aktiviert und den potentiellen Kunden mehrfach erreicht. In einem Kosten- und Zeitplan werden die Maßnahmen zusammengefasst.

Schätze der Archäologie Vietnams: Beispiel für eine gelungene Werbekampagne

Da steckt Arbeit drin!

Die vom Gestalter vorgelegten Entwürfe werden diskutiert, geändert und verfeinert bis am Ende das endgültige Motiv festgelegt wird, von dem alle überzeugt sind. Dieses ist dann noch in das LWL-Rahmenlayout zu integrieren und die Sponsoren und Partnerlogos sind einzubinden.

Für alle geplanten Print- und Digitalmedien (Flyer, Anzeigen, Plakate, Homepage, Facebook) müssen dann millimetergenau die entsprechenden Dateiformate und Anforderungen durch den Grafiker erstellt werden.

Aufgrund des sehr begrenzten Etats erfolgt der große „Werbe-Aufschlag“ meistens zu Beginn der Ausstellungszeit. Da die Ausstellungen über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr gezeigt werden, ist ein zweiter Impuls nötig und wünschenswert, kann aber nicht immer umgesetzt werden.

Leider ist die Wirkung der Werbemaßnahmen nicht messbar oder nur mit einer umfangreichen Besucherbefragung belegbar, für die wiederum keine Mittel zur Verfügung stehen. Daher gilt es ein Gefühl für die Maßnahmen, deren Kontaktzahl, Zielgruppenschärfe und das Preisgefüge zu entwickeln. Am Ende zählt natürlich, ob die erwartete Besucherzahl erreicht wurde. Diese hängt aber von sehr vielen anderen Rahmenbedingungen ab, wie z.B. Aktualität des Themas, Umfang der Presseberichterstattung etc.. Belegbar ist jedoch, dass Werbung in jedem Fall nötig ist, denn was nützt die schönste Ausstellung, wenn keiner davon weiß? Insofern bin ich froh, dass ich hierzu einen gewissen Teil beitragen kann und freue mich auf weitere interessante Ausstellungsprojekte.

Autor: A. Jordan, Marketingreferentin am LWL-Museum für Archäologie

Publikationsdatum: 04.08.2017

Themen: Mitarbeiter und Praktikanten, Hinter den Kulissen, Wissenswertes, Sonstiges