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Archäologiemuseum // ©Stefan Kuhn

"...euch hindert hieran nymandt" - Hintergründe und Auswirkungen des Pogroms vom 21. März 1349 in Erfurt

Öffentlicher Vortrag von Dr. Maria Stürzebecher

Donnerstag, 12.8.2021, 19:00 Uhr

Herne

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Am 21. März 1349 erreichte die Welle der Judenverfolgungen, die sich im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Schwarzen Pest von Süddeutschland nach Norden ausbreitete, die Stadt Erfurt. Die eigentlichen Ursachen für die Gewalttätigkeiten lagen hier wie anderswo meist in Überschuldung der nichtjüdischen Bevölkerung, im Hass auf Andersgläubige sowie im Konkurrenzneid unter Händlern. Als Vorwand diente der Vorwurf, die Juden hätten die Brunnen vergiftet und so die Pest ausgelöst. Bei mehreren Treffen unter Beteiligung verschiedener Ratsmitglieder wurde das Pogrom geplant und am Morgen des 21. März 1349, einem Schabbat, griffen die Aufrührer die Juden in ihrem Wohnviertel an. Bei den Ausschreitungen wurde wohl die komplette jüdische Gemeinde ausgelöscht und das Viertel um die Synagoge brannte ab. Die Auswirkungen des Pogroms sind bis heute auch sachlich nachvollziehbar: Im Zusammenhang mit dem Pogrom wurde der berühmte Erfurter Schatz verborgen, die heute als Museum genutzte Synagoge in ein Lagerhaus umgewandelt und das jüdische Quartier grundlegend verändert.

Maria Stürzebecher ist Kunsthistorikerin und wurde 2009 am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Landesgeschichte der Universität Erfurt zum Thema „Der Schatzfund aus der Erfurter Michaelisstrasse – Mittelalterliche Goldschmiedearbeiten als Zeugnisse jüdischen Lebens in Erfurt“ promoviert. Zwischen 2007 und 2009 arbeitete sie am Ausstellungskonzept des Museums Alte Synagoge Erfurt. Seit 2009 ist sie mit der wissenschaftlichen Grundlagenarbeit in Vorbereitung der UNESCO-Bewerbung der Stadt Erfurt mit den Bau- und Sachzeugnissen der jüdischen Gemeinde im Mittelalter befasst. Gleichzeitig fungiert sie als Fachkuratorin für das Museum Alte Synagoge. Seit 2014 hat sie zudem einen Lehrauftrag an der Universität Erfurt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind profane gotische Goldschmiedekunst, jüdische Geschichte und Stadtgeschichte.

Termin/e:

Donnerstag, 12.8.2021, 19:00 Uhr

Kosten / Eintritt:

Eintritt frei!