Eine Fußfessel (auch Fesselschloss oder Eisenfessel) ist ein historisches Zwangs- und Strafinstrument, welches nur aus einem oder mehreren eisernen Ringen bestand, die um den Knöchel einer Person gelegt wurden. Häufig war die Fessel mit einer Kette versehen die entweder beide Füße miteinander verband, an einem festen Punkt (Wand, Pfosten, Bodenring) befestigt wurde oder mit weiteren Fesseln kombiniert war.
Die in unserem Museum ausgestellte Fußfessel besteht aus handgeschmiedetem Eisen, was typisch für das Mittelalter ist. Jedes Exemplar war ein Unikat, angepasst an den jeweiligen Zweck und die handwerklichen Möglichkeiten des Schmieds. Schraubmechanismen waren selten - stattdessen nutzte man Nieten, Steckbolzen oder einfache Verschlusshaken, die nur mit Werkzeug oder Gewalt zu öffnen waren.
Wichtig ist: Fußfesseln waren nicht primär Gefängnisinstrumente, sondern wurden in vielen alltäglichen Rechtssituationen eingesetzt.
Entgegen moderner Vorstellungen waren es nicht nur „Verbrecher“, die Fußfesseln trugen. Betroffen waren unter anderem abhängige Bauern (Hörige, Leibeigene), Personen in Untersuchungshaft, Schuldner, Menschen, die sich gegen ihren Grundherrn gestellt hatten oder Beteiligte an Streitigkeiten oder Familienkonflikten.
Besonders Problematisch: Grundherrn durften ihre Untergebenen oft ohne ordentliches Gerichtsverfahren fesseln. Die Fußfessel war damit ein Werkzeug sozialer Kontrolle.