Die Arbeiten zeigen, dass selbst die banalsten Dinge gesellschaftliche Strukturen widerspiegeln können. Fragen von Zugang, Besitz, Ritualen oder auch Machtverhältnissen können sich in der Art und Weise zeigen, wie und womit wir essen, da schon in der frühen Neuzeit alleine am Besteck ausgemacht wurde, ob jemand reich oder arm ist. Im späten Mittelalter wurde der Löffel als ein Zeichen der Reichen angesehen, später aber als ein Zeichen für Schwäche. Besteck wird so zum Symbol für Ordnung und Norm, aber auch für Ausgrenzung und Ungleichheit.
Gerade durch diese Veränderung entsteht das „Uncomfortable“. Die vertraute Form bleibt erkennbar, doch ihre Bedeutung gerät ins Wanken. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, genauer hinzusehen. Wie sehr prägen Alltagsgegenstände unser Denken? Welche Gewohnheiten hinterfragen wir selten? Warum hinterfragen wir sie nur so selten?
„The Uncomfortable“ macht deutlich, dass Irritation nicht im Großen beginnen muss. Sie kann im Kleinen liegen, im scheinbaren Nebensächlichen. Ein Löffel, der nicht mehr nur ein Löffel ist, wird zum Ausgangspunkt für Reflexion über uns selbst, unsere Routinen und die Gesellschaft, in der wir leben.