Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Schädelforschung in 3D!

Der Schädelkult bevölkert weiter unsere Sonderausstellung und bringt auch Gastwissenschaftler und modernste Untersuchungsmethoden in unser Haus. Praktikantin Kira Vosen schildert ihre Eindrücke einer solchen Untersuchung.

Das 3D-Modell entsteht

Heute durften wir in den heiligen Hallen des Museums etwas erleben, das alle Anwesenden bisher nur aus dem Fernsehen kannten: einen 3D-Scan. Im Mittelpunkt stand dabei der sogenannte Türkisschädel, der seine Vitrine im Amerika-Raum der Sonderausstellung Schädelkult unter den kundigen Händen des Restaurators Andreas Weisgerber zu diesem Zwecke verlassen musste.

Frau Dr. Doris Döppes von den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim scannte den über und über mit Mosaiksteinen besetzten und modellierten Schädel von allen Seiten. Zu sehen, wie die Bilder sofort auf dem Bildschirm des nebenstehenden Laptops erschienen und sich bewegten war auch für die Projektleiterin Constanze Döhrer ein neues und faszinierendes Erlebnis. Kaum hielt Frau Döppes den hell blinkenden Handscanner über den Schädel, zeigte das Programm dessen Umrisse und Teile der Oberfläche. Sie fertigte verschiedene Scans an, die in einem weiteren Schritt übereinander gelegt wurden, um so ein originalgetreues 3D Modell zu erhalten. Besonders wichtig war die naturgetreue Erfassung des Farbenspiels der in allen Grün- und Blautönen schimmernden Mosaiksteine.

Der Handscanner ermöglicht freies Scannen rund um das Objekt

Wie das Original kann das gescannte Abbild in alle Richtung gedreht und gewendet werden, man kann heranzoomen oder es von weiter weg betrachten, einzelne Schritte und Bilder können herausgestellt und verschiedene Ebenen angezeigt werden.

Durch den Scan des Schädels, der ursprünglich von den Mixteken aus Mexiko stammt, eröffnen sich Möglichkeiten der Erforschung, die so auch ohne direkten Zugriff auf das Exponat durchgeführt werden können. Dank dieses Verfahrens wird das Objekt geschont und das Wissen der Archäologen kann trotzdem erweitert werden. Auch die Möglichkeit einer Reproduktion mit Hilfe eines 3D Druckes besteht dank der Digitalisierung.

Erst in der Nachbearbeitung wird das Bild zusammengesetzt

Wir sind gespannt, was für Geheimnisse der Schädel im Laufe der Zeit noch preisgeben wird!

Publikationsdatum: 04.02.2013

Themen: Sonderausstellungen