Zurück in Rom versprach Octavius die Republik und ihre Institutionen zu erhalten und sorgte für inneren Frieden. Er nannte sich selbst Princept, der Erste, denn er war der erste Mann im Staat, mit weit reichenden Befugnissen. Vom Senat erfuhr er Zustimmung und er verlieh Octavius den Ehrentitel „Augustus“, der Erhabene.
Octavius, nun bekannt als Augustus, hielt einen Teil seiner Versprechen. Er schrieb dem Senat große Bedeutung zu und erhielt auch die restlichen Institutionen der Republik. Doch eine Republik gab es nicht mehr. Auch wenn er sich als „Primus inter paris“ bezeichnete, „der Erste unter Gleichen“, so hatte er doch die meiste Macht und die, die entscheidend war. Nun war er Kaiser, mit der Zustimmung des Volkes. Er schaffte das, was Caesar nicht geschafft hatte. Um Umsturzversuche des Militärs zu verhindern, vereinheitlichte er die Ausbildung der Soldaten, schaffte ein Berufsheer, welches durch Steuern finanziert wurde und so einen festen Sold, sowie Dienstzeiten hatte. Außerdem verbot er Feldherren, ihren Sieg mit einem Triumphzug durch Rom zu feiern. Jede Befehlsgewalt leitete sich von ihm ab; das bedeutete, dass jeder Sieg sein Sieg war, jeder Feldzug sein Feldzug, denn das Berufsheer diente dem Staat und somit ihm.
Nach außen führte er ständig Krieg, eroberte ganz Hispania (heute Spanien), Teile Germaniens (heute Deutschland) und des Balkans. Nach innen hin bewahrte er den Frieden, indem er im Volk für Zufriedenheit sorgte. Dies tat er unter anderem mit regelmäßiger Brotverteilung unter den Armen, Gladiatorenkämpfen und der Gründung der ersten staatlichen Feuerwehr. Diese war sehr nützlich, da die Häuser Roms eng bei einander standen und aus gut brennbaren Materialien gebaut waren, was häufige Brände verursachte, die sich schnell ausbreiteten.
Damit jeder im Reich wusste, von wem die Befehle kamen und wer dem Volk ein so gutes Leben ermöglichte, setzte er auf das heute noch sehr beliebte Mittel der Bildpropaganda. Er ließ als erster Herrscher seinen Kopf auf Münzen prägen und wie viele schon vor ihm, Statuen von sich anfertigen. Außerdem startete er große Bauprojekte wie Tempelanlagen oder Parks, auch sowas ist noch heute bei „Alleinherrschen“ sehr beliebt und wirksam.