Es gibt viele Höhlen in Nordrhein-Westfalen, aber die Balver Höhle trägt eine besondere Atmosphäre mit sich.

07.05.2026 Praktikant:in

Abb. 1. Das ist der Eingang der Balver Höhle.

Mein Blogbeitrag ist nicht über ein Lieblingsstück aus dem Museum, sondern über den kleinen Bereich im Museum wo es um die Balver Höhle geht.
 

Du erfährst hier was aus einer der bedeutendsten Fundstellen des Neandertalers in Westfalen wurde und ihre Geschichte bis heute. Denn sie ist jetzt als größte offene Kulturhöhle Europas bekannt und dort finden viele Veranstaltungen statt.

Wofür war die Höhle bekannt?

Zuerst bekannt wurde sie in der Zeit von 1835-39 durch ihre mit Phosphat und Humus durchsetzte Höhlenerde, denn diese wurde als ein Düngermittel für die umliegenden Felder verwendet. Dadurch sind rund 15m hohe Sedimente (natürliche, lockere Ablagerungen mit archäologischen Funden), die den Höhleneingang versperrten von den Landwirten auf ihren Feldern verwendet worden.

Abb. 2. Die kleine Grabungsstelle im Bild ist von 2007 und zeigt die Grabung an der südlichen Spalte.

Wichtige Grabungen:

Im Jahr 1844 begann Bergwerksdirektor Noeggerath mit ersten Grabungen und seit der Entdeckung des Neandertalers im Jahr 1856 durch Johann Carl Fuhlrott wuchs auch das Interesse Anderer an der Höhle.

Der Zweck der Grabung die von J. Andree im Jahr 1925-26 und 1929 geführt wurde, war es Aufschlüsse über die altsteinzeitliche Kulturfolge zu enthüllen.

B. Bahnschulte, der die Leitung der Grabung übernahm, hat im Jahr 1939 viele Artefakte gefunden.

Die Grabungen endeten im Jahr 1944 durch den Krieg nur wenige Zentimeter bevor man die Kulturschichten erreichte, denn an der Stell des Ausgrabungsortes wurde eine Transformatorenanlage eines Rüstungsbetriebs eingebaut. Dadurch wurden einige Fundschichten zerstört.

Klaus Günther führte eine Grabung im Jahr 1959 bei der seitlichen Spalte von der Grabung von B. Bahnschulte aus und fand heraus, dass die Schichten in einer Tiefe von etwa 2m bis max. 4,5m unter dem heutigen Laufhorizont aus der Zeit der Neandertaler ungestört waren. Die Untersuchungen zeigten, dass die Schichten unter verschiedenen Klimabedingungen entstanden sind. Günter schlussfolgerte, dass die Funde der Keilmessergruppe älter sind als das erste Kältemaximum der Weichsel-Kaltzeit.

2003 wurde eine kleine Grabungsfläche wieder bei der Spalte angelegt. Wegen der Veranstaltungen in den Sommermonaten konnte nur wenige Wochen in den Wintermonaten gearbeitet werden. Diese Grabung wurde 2009 eingestellt. Eine Probe, die aus den ungestörten Sedimentbereich entnommen wurde, ist 2012 als nicht datierbar bestimmt worden, somit bleiben auch die jungpleistozänen Ablagerungen und die Keilmessergruppen immer noch naturwissenschaftlich undatiert.

 

Erkenntnisse zu der Forschung der Balver Höhle:

Seit der Grabung von Bernhald Bahnschulte die 1938/39 begann, hat man viele Funde entdeckt. Unter anderem Steinartefakte, höhlenfremdes Gestein, das als Abfall von der Steingeräteherstellung interpretiert wird und Knochen und Zähne von zahlreichen Eiszeittieren.

Einige der gefundene Steinartefakte waren: Faustkeile, Fäustel, Faustkeilschaber, Spitzen, Schaber, Kratzer, Bohrer.

Einige der Abfallprodukte die gefunden wurden: Kernsteine, würfelförmiger Kerne, Grauwacke, Grauwacken-Gerölle, Kieselschiefer und Absplisse aus Kieselschiefer.

Tierreste die gefunden wurden und im Museum ausgestellt sind: Mammut, Höhlenbär, Eisfuchs, Rothirsch, Riesenhirsch und Rentier und einige andere.

Abb. 3. Das ist eine Karte von Oben zu dem Standort der Balver Höhle.

Hat sie heute noch einen Zweck?

Die Frage lässt sich mit einem ja beantworten. Heute ist die Höhle 11 Meter hoch und 18 Meter breit. Sie wird als ein Ort für Veranstaltungen verwendet. Dies ist nicht erst seit kurzem so, denn es wurden in der Höhle schon lange Feste gefeiert.

Denn bereits 1922 hat Theodor Pröpper gemeinsam mit der Unterstützung von der Balver Heimwacht die Höhle für Mysterienspiele benutzt.

Nach dem Krieg führten Theodor Pröpper und Herman Wedekind 1949 die Balver Höhlenspiele für einige Jahre erfolgreich ein. 1984 hat Wedekind dies wieder belebt und ein Jahr später wurde der Verein „Festspiele Balver Höhle“ geschlossen. Der Verein veranstaltet seitdem Konzerte, Theater und Bühnenspiele auf hohem Niveau.

Darum hat die Balver Höhle auch eine Adresse die lautet „Helle 2, 58802 Balve in Sauerland, Märkischer Kreis“, damit Besucher den Ort finden können.

Ob hier erneut gegraben wird und ob die Artefakte, die bereits gefunden wurden, noch Resultate liefern werden, werden wir erst in der Zukunft wissen.

 

Weronika Kluka Praktikantin


Quellen:

Michael Baales, Neue Forschungen zur Balver Höhle im Nördlichen Sauerland, Michael Baales, Hans-Otto Pollmann und Bernhard Stapel, Westfalen in der Alt- und Mittelsteinzeit, (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 2013), S.75-76 und 84-85

Klaus-Peter Lanser, Ausgrabungen in alten Kisten-Die Knochenfunde aus der Balver Höhle, Heinz Günter Horn, Hansgerd Hellenkemper, Gabriele Isenberg und Jürgen Kunow, Von Anfang an – Archäologie in Nordrein-Westfalen, (Stadt Köln, Römisch-Germanisches Museum 2005), S. 315-317

Klaus Günther, Vorwort, Einleitung, das Mittelpaläolithikum - A. das Fundgut - 2. Inventar der Steinindustrie, Bodenaltertümer Wastfalens VIII – Die Altsteinzeitlichen Funde der Balver Höhle, (Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung Münster Westfalen 1964), S. 1-4, 78-80

Bernhard Bahnschulte, Die Geschichte der ausgrabungen, Bodenaltertümer Wastfalens VIII – Die Altsteinzeitlichen Funde der Balver Höhle, (Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung Münster Westfalen 1964), S. 5-10

Museum für Archäologie und Kultur Herne– Daueraustellung

https://www.balver-hoehle.de (08.05.2026)

https://www.balver-hoehle.de/geschichte-der-balver-hohle/ (08.05.2026)

https://de.wikipedia.org/wiki/Balver_H%C3%B6hle (08.05.2026)

Bildquellen:

Abb. 1. Klaus Günter, Bodenaltertümer Wastfalens VIII – Die Altsteinzeitlichen Funde der Balver Höhle, (Münster Westfalen 1964), s.11

Abb. 2. M. Baales, Neue Forschungen zur Balver Höhle in Nördlichen Sauerland, Michael Baales, Hans-Otto Pollmann und Bernhard Stapel, Westfalen in der Alt- und Mittelsteinzeit, (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 2013), s. 74

Abb. 3. H. Menne, Neue Forschungen zur Balver Höhle in Nördlichen Sauerland, Michael Baales, Hans-Otto Pollmann und Bernhard Stapel, Westfalen in der Alt- und Mittelsteinzeit, (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 2013), s.84