Herzlich Willkommen beim Blog des LWL-Museums für Archäologie!

Hier gibt's Neuigkeiten rund um das Museum und einen Blick hinter die Kulissen.

 

Das Team des LWL-Museums für Archäologie in Herne wünscht viel Spaß beim Stöbern und würde sich über ein Feedback sehr freuen.

Tatort Forscherlabor, Themenstation 2: STRATIGRAPHIE

GESCHICHTE SCHICHTENWEISE

Die Abfolge von Erdschichten, die sich durch Menschen oder Naturereignisse bildet, nennen die Archäologen Stratigraphie. Im Normalfall sind die Schichten mit den darin liegenden Objekten so erhalten, wie sie ursprünglich entstanden sind. Dann ist die oberste Schicht die jüngste und die unterste die älteste. Die Schichten werden bei Ausgrabungen in senkrechten Schnitten untersucht. Die Wände dieser Schnitte heißen Profile. Sie geben Auskunft über die Abfolge der Schichten.

Die Stratigraphie verdeutlicht das relative Alter der einzelnen Schichten und der Funde daraus zueinander. Sie allein gibt aber keine Auskunft über deren absolutes, also jahrgenaues Alter. Hier helfen Methoden wie die Typologie [> Themenstation 3] und naturwissenschaftliche Verfahren wie die 14C-Datierung [> Themenstation 8] oder die Dendrochronologie [> Themenstation 7].

GESCHICHTE IM BLOCK

Unter dem Parkplatz „An der Welle” in der Bielefelder Innenstadt wurden verschiedene Schichten freigelegt. Die Stratigraphie zeigt die Geschichte des Geländes zwischen Alt- und Neustadt vom 13. Jahrhundert bis 1944.

Die Altstadt von Bielefeld. Der Grabungsbereich ist farbig gekennzeichnet.

Zu Beginn der Ausgrabung wurden die Fundamente von Häusern des 20. bis 17. Jahrhunderts sichtbar.

Profil der Schichten des 17. und 16. Jahrhunderts

Profil der Schichten des 20. bis 15. Jahrhunderts

Im oberen Bereich der Schlammschichten sind Abdrücke von Tierfüßen erhalten.

In den Schlammschichten erhielten sich auch Hölzer.

Profil der Schichten des 15. bis 13. Jahrhunderts

Die Stratigraphie kommt als Block ins Museum.

Fall Warburg

WENIG PLATZ FÜR VIELE
Im Grab IV von Warburg lagen die Knochen von mehr als 80 Toten. Indem Archäologen sie sorgfältig abtrugen, konnten sie mehrere Bestattungsphasen unterscheiden. Die Knochen des jüngsten Skelettes lagen größtenteils zusammen, die der älteren Skelette unordentlich durcheinander: Ältere Skelette waren immer wieder zur Seite geräumt worden, um Platz für neue Tote zu schaffen.

Bei dem Skelett in der Bildmitte liegt nur noch die Wirbelsäule in ihrer ursprünglichen Lage.

Grab IV während der Ausgrabung

Obwohl die Knochen in Grab IV durcheinander lagen, konnten Archäologen mehrere Bestattungsphasen ermitteln.

Publikationsdatum: 12.11.2010

Themen: Forscherlabor, Wissenswertes