03.05.2021

Das STONEHENGE-Plakatmotiv: Drei Fragen an die Agentur Oktober

Die Agentur Oktober aus Bochum ist Leitagentur des LWL und hat im vergangenen Jahr das Corporate Design unseres Museums neu gestaltet mit dem Ziel den Wiedererkennungswert des Hauses zu steigern. Als Grundelement ist eine rote fragmentierte Schrift aus den Buchstaben A R C H Ä O L O G I E definiert worden, die auf der Homepage sowie in zahlreichen Veröffentlichungen und der gesamten Außendarstellung in Erscheinung tritt. Auch das Plakatmotiv für die Sonderausstellung Stonehenge ist von Oktober entwickelt worden. Astrid Jordan hat mit René Wynands (Geschäftsführer) und Christian Schnee (Grafikdesigner) von Oktober über die Motivfindung gesprochen.

A.J.: Waren Sie selbst schon einmal in Stonehenge und was verbinden Sie mit diesem berühmten Denkmal?

R.W.: Ich war noch nie in Stonehenge, aber die rund 1000 Jahre jüngeren Standing Stones of Callanish habe ich 2019 besucht. Ich war sehr beeindruckt – nicht zuletzt auch von der fantastischen Landschaft der äußeren Hebriden, in der die Steine stehen. Betrachtet man die rätselhaften Steinformationen im Bewusstsein ihres Alters von über 5000 Jahren, dann ist es leicht zu verstehen, warum sich Mythen um sie ranken. Ich konnte mich ihrer Faszination jedenfalls nicht entziehen. Ich freue mich schon darauf, den erhabenen Eindruck der Steine bald auch in Herne erleben zu können.

C.S.: Ich war leider noch nie in Stonehenge. Aber der Ort ist mir natürlich ein Begriff. Bei der Gestaltung des Motivs ist es vielleicht sogar von Vorteil gewesen, nur den Mythos Stonehenge zu kennen. So konnte ich mich mehr in die Erwartungshaltung der Ausstellungsbesucher:innen hinein fühlen.

 

A.J.: Worin bestand für Sie die Herausforderung bei der Motiventwicklung und mit welchen Schritten haben Sie sich dieser genähert?

C.S.: Die Herausforderung bei der Motiventwicklung bestand darin, der magischen Vorstellung, die viele von Stonehenge im Kopf haben, einerseits gerecht zu werden und andererseits das Thema aber auch wissenschaftlich-archäologischen darzustellen.

R.W.: Das Motiv entstand in zwei Schritten. Zunächst muss das Plakat klar machen, worum es überhaupt geht. Deshalb ist es unumgänglich, Stonehenge klar und erkennbar deutlich zu zeigen. Das allein wäre aber trivial und langweilig. Also haben wir im zweiten Schritt einen übergroßen gelben Kreis hinzu gefügt – natürlich als visuelle Referenz der Sonne, die in der Ausstellung eine große Rolle spielen wird. Dadurch bekommt die Stonehenge-Abbildung etwas magisches, was nicht zuletzt daran liegt, dass wir Stonehenge und Himmelskörper visuell in einen Zusammenhang stellen. Wozu der gelbe Kreis aber auch beiträgt: Das Plakat gewinnt dadurch stark an Plakativität. Und das ist es ja, was ein Plakat vor allem leisten soll: Es soll auffallen und Leute in die Ausstellung locken.

In der Animation bauen sich die verschiedenen Ebenen schrittweise auf.

Sonne im Fokus

A.J.: Der ausgewählte Entwurf heißt „Sonne im Fokus“. Was sind die Stärken des Motivs und was soll das Plakat beim Betrachter auslösen?

R.W.: Die Stärke ist, dass es dem Plakat gelingt, mit ganz wenigen Mitteln ziemlich klar zu kommunizieren, worum es geht. Zugleich verspricht es ein beeindruckendes Erlebnis. Die Betrachter:innen sollen Lust bekommen die Ausstellung zu besuchen, nicht nur, weil sie lehrreich, sondern auch, weil sie visuell spannend sein wird.

C.S: Ich freue mich besonders darüber, dass wir mit der gelben Sonne ein starkes grafisches Element gefunden haben, mit dem es gelingt, Ästhetik und Bedeutung perfekt miteinander zu verbinden. Ich würde sagen, es ist ein sehr „runder“ Entwurf geworden.

Kategorien: Sonderausstellungen · Stonehenge

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